Der häufigste Fehler beim ersten Setup ist die Reihenfolge. Fast alle kaufen zuerst die Kamera, weil sie sichtbar ist. Zuschauer springen aber deutlich früher wegen schlechtem Ton ab als wegen mittelmäßigem Bild. Wer mit begrenztem Budget startet, sollte deshalb genau andersherum vorgehen.
Schritt 1: Ton
Ein Mikrofon auf einem Arm, nah am Mund, in einem Raum mit ein paar weichen Oberflächen. Das ist die Grundlage. Ein dynamisches Mikrofon verzeiht dabei mehr als ein Kondensatormikrofon, weil es Raumhall und Tastaturgeräusche stärker ausblendet.
- Mikrofonarm mitkaufen, nicht später - der Abstand zum Mikrofon muss konstant bleiben.
- Geschlossene Kopfhörer verwenden, damit der Spielton nicht ins Mikrofon lauft.
- Erst den Raum verbessern, dann das nächstteurere Mikrofon erwägen.
Schritt 2: Licht
Licht ist die günstigste sichtbare Verbesserung. Ein großes, weiches Licht schräg von vorn verändert das Bild stärker als der Wechsel von einer Webcam auf eine Systemkamera. Farbige Hintergrundbeleuchtung sieht gut aus, ersetzt aber kein Gesichtslicht.
Schritt 3: Kamera
Erst jetzt lohnt die Kamera. Mit gutem Licht liefert bereits eine solide Webcam ein Bild, das völlig ausreicht. Der Wechsel auf eine Systemkamera bringt vor allem Hintergrundunschärfe - und bringt gleichzeitig Capture Card, Stromversorgung und mehr Aufbauzeit mit sich.
Schritt 4: Bedienung
Ein Steuerpult ist kein Luxus, sobald du mehr als zwei Szenen hast. Es ist der Punkt, an dem Streamen aufhört, sich nach Bedienen von Software anzufühlen.
Was du am Anfang nicht brauchst
- Einen zweiten Rechner - moderne Grafikkarten übernehmen das Encoding.
- Eine Greenscreen-Wand - Software löst das inzwischen brauchbar.
- Die teuerste Grafikkarte - der Encoder ist bei mittleren Modellen derselbe.